Impulsiv handeln ohne blinden Aktionismus

Ich spürte schon eine ganze Weile, dass viele Menschen immer weniger bei sich ist und ständig nur noch am Smartphone, Laptop sitzen oder ständig in Bewegung sind.

Davon schließe ich mich nicht aus.

Was den Unterschied langfristig ausmachen wird:

Anstatt ständig nur in Bewegung und aktiv zu sein, braucht es wieder mehr Ruhephasen, wo wir uns selbst spüren, fühlen und wahrnehmen können.

Die aktuelle Krise lädt dazu ein Innezuhalten, ruhig zu werden, zu bleiben und wahrzunehmen, dass es in uns selbst eine innere Ruhe bereits gibt.

Ich habe dieses Ruhepol durch die Arbeit von Lea Hamann kennengelernt und war damals sehr dankbar dafür, denn gerade in Phasen, wo ich Existenzangst hatte, hat mich dieser Ruhepol „Der Fels in der Brandung“, wieder zur Besinnung gebracht.

Auch durch die Arbeit mit Kreativität durfte ich lernen, dass in jedem Chaos auch eine Ordnung steckt. Diese ist nicht immer sofort erkennbar. Manchmal formt sie sich auch innerhalb dieses Chaos neu.

Ich fand es die letzten Wochen sehr spannend die Natur zu beobachten, denn erst war es draußen sehr stürmisch, Äste flogen, Baume rissen sich aus dem Boden und dann wurde aus der Dunkelheit plötzlich Licht, denn die Sonne kam täglich wieder hervor und auch die Abendstunden sind aktuell unglaublich schön mit anzusehen. Es fahren wesentlich weniger Autos und es ist trotz kleiner Brisen und einer gewissen Kälte, Wärme und Ruhe spürbar.

Die ersten Blumen blühen in ihrer Pracht und auch das finde ich wunderschön. Die Natur nehme ich mir oft als Beispiel, denn auch in meinem Leben herrschte die letzten Monate Stress, Chaos und Veränderung.

Seitdem ich von meinem Krankenhausaufenthalt zurück bin, bin ich nicht mehr dieselbe. Ich habe krasse Entscheidungen getroffen und kommuniziere wesentlich klarer und selbstbewusster.

Die Entscheidungen führten dazu, dass ich kurzer Hand aus der Wohngemeinschaft ausgezogen bin und zu meinem neuen Freund zog. Außerdem habe ich mich entschieden meine Arbeitszeiten krass zu reduzieren – wenn auch noch nicht ganz machbar.

Ich gönne mehr wesentlich mehr Auszeiten und achte bewusster auf meinen Körper. Ich gehe raus in die Natur, mache Spaziergänge mit unserem Hund oder arbeite im Garten und manchmal? Ja, da mache ich auch einfach nichts.

Die Zeit im Krankenhaus war für mich, wie ein „Stopp“. Und brachte mir viele Erkenntnisse.

Ich glaube, dass die aktuelle äußere Krise für viele sehr heilsam sein kann, wenn sie den Mut haben, hinzuschauen, was in ihrem Leben die letzten Monate oder vielleicht auch Jahre nicht in die richtige Richtung lief.

Es ist eine gute Zeit viele Sachen im System zu hinterfragen und auch die Unternehmen sind plötzlich zum Umdenken gezwungen. Was viele vor einigen Jahren noch für unmöglich hielten, ist nun Realität: Homeoffice.

Was bedeutet das für den oder die einzelne?

Die Arbeit rückt mehr in den Hintergrund und das Leben an sich kommt mehr in den Vordergrund. Ich arbeite bereits seit vielen Jahren wegen meiner Selbstständigkeit im Homeoffice. Viele haben mich dafür beneidet – andere nicht. Selbst- und ständig hieß es da.

Dabei bringt das Homeoffice auch neue Chancen mit sich: Ich bin direkt bei meiner Familie. Ich kann gemeinsam mit meiner Familie essen oder mir auch mal eine Stunde Mittagspause gönnen.

Natürlich bringt es wiederum auch die Gefahr ständig zu arbeiten und ja dessen bin ich mir bewusst. Hier sind klare Zeiten, Strukturen und Kommunikation gefragt und sehr viel Sensibilität für die Bedürfnisse des einzelnen.

Für viele ist die aktuelle Krise ein Schock. Und die Existenzangst ist unglaublich groß.

Ich sehe es dennoch auch als Chance, denn auch hier dürfen wir hinschauen, wo wir vielleicht in den letzten Jahren erstarrt sind und in Strukturen, System und Regeln uns selbst und andere gefangen genommen haben, weil die das Potential der Veränderung und des Wachstums nicht sehen wollten.

Plötzlich gezwungen zu sein, dass wir aktiv werden müssen und neue Ideen sowie Strategien ausgearbeitet werden müssen, stellt viele vor eine große Herausforderung. Ich denke, dass es aber genau darum geht: Wachstum. In eine neue Form des Lebens und Arbeitens.

Schon lange bemerke ich diese Veränderung bei mir selbst und versuche immer mehr danach zu leben. Was andere früher belächelten, wird plötzlich zur Realität. Denn ich glaube schon eine ganze Weile, dass unser Leben in Zyklen verlaufen wird (und es auch jetzt schon in Phasen war) und unser Job nicht länger unsere Lebenszeit bestimmen wird, sondern wir selbst entscheiden darüber, wie wir unsere Lebenszeit verbringen wollen.

Für viele Menschen war das Internet eher böse und sie hielten sich davon fern. Auch das wird sich nun ändern müssen, da wir aufgrund der aktuellen Situation gezwungen werden neue Wege der Kommunikation zu nutzen.

Heute bin ich dankbar, dass ich von Anfang an mein Business mehr auf den Fokus online gerichtet habe und Kunden deshalb über das Internet und Empfehlungen zu mir finden.

Erst in den letzten zwei Jahren entwickelten sich auch erste Schritte offline mit Kunden zu arbeiten, was auch sehr schön ist, aber kein „Muss“.

Ich weiß, dass ich das alles als toll beschreibe und das nicht für alle toll ist. Der Unterschied liegt jedoch darin, wie ich die Dinge betrachte. Sehe ich nur das Negative oder nur das Positive? Wie wäre es mit einer guten Mischung aus beidem?

Es bringt zur aktuellen Zeit niemanden etwas, wenn du komplett in Panik verfällst, alles stoppst und dich so reduziert, dass gar nichts mehr möglich ist.

Dein Business soll weiterexistieren und auch dir muss es gut gehen. Es bringt aber auch niemandem etwas, wenn du komplett in Angst vor dem nächsten Morgen lebst.

Ich denke, dass hier eine realistische Einschätzung sinnvoll ist und ja, es ist auch in Ordnung, wenn du Hilfsprogramme annimmst, wenn sie dir wirklich dienlich sind.

Auch wenn du nicht weißt, was kommen wird – aber ganz ehrlich – das weißt du eigentlich nie. Es muss weitergehen und ich finde es viel effektiver den Fokus und die Energie dahin zu richten, was du willst und schau dann, wie es realisierbar ist.

  • Komm lieber 1-2 Tage innerlich mal zur Ruhe.
  • Und nimm dir dann Zeit genau zu überlegen, was du sinnvoll tun kannst.
  • Ziehe dich eine Weile von Facebook und co zurück.

Oftmals liegt in der Ruhe die Kraft und das haben meine Erfahrungen immer wieder gezeigt. Denn wenn wir gestresst sind, in Panik oder in der Angst, ist unser gesamter Körper angespannt, die Atmung ist flach und wir funktionieren nur noch, um zu überleben.

Wenn wir jedoch entspannt und ruhig sind, können wir viel bewusster denken und neue Wege finden: Und warum sollte es nicht möglich sein Brötchen online auszuliefern oder einen Teil der Hochzeitskleid-Entwicklung online zu stellen?

Große Herausforderungen, brauchen große Ideen. Warum diese nicht nutzen?

Alles Liebe, Jacqueline